„Still Life“

Solo Exhibition at Anna Jill Lüpertz Gallery 2013

„Still Life“

Unter dem Titel „Still Life“ zeigt AJL Art neue großformatige Werke sowie Zeichnungen des Künstlers Olaf Hajek.
Parallel zu seinem erfolgreichen illustrativen Schaffen entwickelte Hajek über die letzten Jahre hinweg ein stringentes malerisches Oeuvre, in welchem er Einflüsse aus der europäischen Kunstgeschichte sowie aus seinem Interesse an der Kunst außereuropäischer, insbesondere afrikanischer und latein-amerikanischer Kulturen verarbeitet hat.

Seine Serien der „Flowerheads“, der „Portraits“ sowie der „Black Antoinette“ kennzeichnet ein starker Kolorismus, der in Verbindung mit feingliedriger Binnenzeichnung zu flächigen, expressiven Metamorphosen des menschlichen Antlitz’ und Körpers führten.

In seinen neuen Werken treten nun bildräumliche Überlegungen hinzu, indem Hajek seine formalisierten Bildelemente in einen ebenso formalisierten Raum setzt, dessen grundlegende, perspektivisch verzogene Struktur wiederholt in den einzelnen Gemälden auftaucht, jedoch in jedem Bild anders inszeniert und ausgearbeitet wird. Dieser immer gleich angelegte aber verschiedentlich eingerichtete Bühnenraum dient somit als je andere Kulisse für Szenerien, die trotz ihrer Buntheit, ihren ineinander verwobenen Akteuren sowie einer Vielzahl von Attributen teilweise leer, teilweise wie erstarrt oder eingefroren wirken. Ähnlich den italienischen Künstlern der „Pittura metafisica“ verfolgt Hajek auch in der Serie der „Still Life“ die bildhafte Synthese mehrere Realitätsebenen, als würde es keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht, Wachzustand und Traum, Gestern, Heute oder Morgen geben. Statt dessen zeigt er in seinen Stillleben eine Welt, in der die menschliche Vernunft und Logik teilweise oder ganz außer Kraft gesetzt sind, obgleich in den fremdartigen Bildräumen des Künstlers Raum und Zeit, gemäß unserer Vorstellung, durchaus existieren. Hajeks Interesse für das Rollenspiel, den Wechsel von Habitus und Identitäten mittels Maskerade und Kostüm, kommen zudem in seinen neuen Werken genauso zum Tragen wie sein Spiel mit Proportion und Dimensionssprüngen.

So steht eine kleine Figur neben einer riesenhaften Vase („Bigflower“, 2013) oder ein einzelnes hellgrünes großes Blatt hängt wie ein Medaillon an einem quer über den Bildraum gespannten ebenso grünen Band und steht mit dem dahinter liegenden Blumenarrangement in kontrastreicher dimensionaler Spannung („Still Life II“, 2013).

Durch seine subjektiv motivierte Ikonographie schafft Hajek eine irritierende Verästelung scheinbar einfacher und identifizierbarere Objekte, Situationen oder Prospekte. Er erreicht in seinen Bildern eine irrlichternde Sicht auf die Welt im malerischen Changeant von konkreter Form und undefinierbaren, unerklärlichen Zuständen und Zusammenhängen. Hajeks „Still Life“ besitzen eine ganz eigene, in sich schlüssige wenngleich nicht zu entziffernde Bildwahrheit. Insofern setzt er auch die Tradition jener Künstler fort, deren Werk sich auf dem schmalen Grat von Realismus und Imagination bewegte.